Tätigkeitsbereich
Therapie
Die logopädische Therapie ist eine Kommunikationstherapie, welche der sprachlich beeinträchtigten Person hilft, sie für die bestmögliche Verwirklichung ihrer kommunikativen Lebensanforderungen vorzubereiten. Es handelt sich um eine Arbeit, welche sich an der Sprachentwicklung und den individuellen diagnostischen Erkenntnissen orientiert.
Die Therapie verfolgt nicht in jedem Fall das Ziel einer vollständigen sprachlichen Unauffälligkeit, sondern die Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit.
Zielvorstellungen müssen daher immer wieder überprüft, konkretisiert und modifiziert werden.
Im Hinblick auf die Therapieziele entscheidet sich die Logopädin/der Logopäde für ein bestimmtes Vorgehen, wobei sie/er frei ist in der Wahl der Methode. Je nach Ausbildung und Spezifizierung kann die Ausrichtung eher heilpädagogischer, medizinischer oder psychotherapeutischer Art sein. Meist ist ein mehrdimensionales Arbeiten sinnvoll.
Planung der Therapie
Der Therapiemodus wird individuell festgelegt. Dabei spielen Alter, Entwicklungsstand, Störung und zeitliche Möglichkeiten der Klientin / des Klienten sowie die Gegebenheiten am Behandlungsort eine zentrale Rolle. Ebenso wird individuell die Dauer und die Frequenz der Therapie festgelegt.
Vorbereitung/Nachbereitung
Auf jede einzelne Therapieeinheit bereitet sich die Logopädin/der Logopäde vor. Dies umfasst die Planung des inhaltlichen und zeitlichen Ablaufs, die Bereitstellung des Therapiematerials und die Einstimmung auf die Begegnung mit der Klientin / dem Klienten. Beobachtungen während der Therapie werden schriftlich festgehalten. Sie dienen der weiteren Therapieplanung und sind Grundlagen für Berichte und Gespräche mit Fach- oder Bezugspersonen.
Therapeutische Interaktion
Für eine wirksame therapeutische Interaktion braucht die Therapeutin/der Therapeut ihre/seine volle geistige und gefühlsmässige Präsenz und eine ausgeprägte Wahrnehmungsfähigkeit bezogen auf die Klientin / den Klienten und auf sich selbst.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Da Sprache ein hochkomplexer Prozess ist, können Sprachstörungen Begleitsymptome einer übergeordneten Krankheit oder Besonderheit darstellen. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit z.B. Ärzten, Psychologen, Heilpädagogen, Sozialarbeitern und anderen Therapeuten ist unumgänglich. Dies setzt Kenntnisse über Inhalt und Einsatzmöglichkeiten aller einschlägigen Fachbereiche voraus. Die Logopädin/der Logopäde informiert die Klientin / den Klienten bzw. die gesetzlichen Vertreter über die Möglichkeit der interdisziplinären Zusammenarbeit. Eine Erlaubnis für die notwendigen Kontakte muss vorgängig eingeholt werden.
Abklärung
Unter dem Begriff Abklärung wird ein kontinuierlich diagnostischer Prozess verstanden, bei welchem Daten bezüglich folgender Fragen gesammelt werden:
- Wie ist die Kommunikation?
- Welche (subjektive) Auswirkung und Bedeutung hat die sprachlich-kommunikative Kompetenz für die Lebenssituation der/des Betroffenen?
- Wo liegen die Ursachen der Störung?
- Sind Spezialuntersuchungen bei anderen Fachleuten erforderlich?
- Ist eine therapeutische Intervention angezeigt?
- Wo, wann, wie und durch wen findet eine solche Intervention statt?
- Welche Entwicklungs- und Verlaufsprognosen können angenommen werden?
Der Informationsgewinnung dienen neben der Anamnese auch der Erfahrungsaustausch mit anderen Fachleuten und Bezugspersonen. Verhaltensbeobachtung, Tests und der Einsatz von Hilfsmitteln sind weitere diagnostische Verfahren.
Auswertung der Ergebnisse
Die Ergebnisse werden mit den Betroffenen oder den Bezugspersonen besprochen oder in einem Bericht festgehalten. Diagnostischer und therapeutischer Prozess stehen in einem dynamischen Wechselverhältnis. Dieses bestimmt den gesamten Therapieverlauf bis zum Abschluss der Therapie.
Beratungsfeld
Das Beratungsgespräch gehört zu jeder sprachtherapeutischen Intervention. Es erfordert eine vertrauensvolle Basis aller Beteiligten.


